1. Allgemeines
  2. THCV und seine Wirkung
  3. THCV in der Medizin

4. THCV im Weltall
5. Antagonist und Agonist

Allgemeines

Das leicht-psychoaktive Phytocannabinoid Tetrahydrocannabivarin, kurz THCV, wurde im Jahr 1973 entdeckt und erinnert namentlich stark an THC, den bekanntesten Cannabinoid-Vertreter aus der Hanfpflanze. Die beiden Cannabinoide ähneln sich sogar in ihrer Grundstruktur, weisen jedoch große Unterschiede in der Wirkung auf.

Im Gegenteil zu den meisten anderen Cannabinoiden, die aus der Cannabis-Pflanze stammen, liegen die Wurzeln von THCV nicht in der Cannabigerol-Säure, kurz CBGA. Stattdessen kann man Cannabigerovarinsäure (CBGVA) in seinem Stammbaum finden. Durch das Enzym THCV-Synthase baut sich CBGVA zu Tetrahydrocannabivarincarbonsäure (THCVA) ab. Auch hier braucht es für die chemische Reaktion Decarboxylierung wieder Licht und Wärme, damit sich THCV bilden kann.

Im Jahr 2004 veröffentlichte das American Journal of Botany eine Studie, die Cannabinoid-Vorkommen in Cannabis-Pflanzen untersuchte. THCV fand man demnach in allen Hanfsorten wieder. Die höchste Konzentration des Phytocannabinoids konnten die Wissenschaftler allerdings in der Cannabis indica nachgewiesen werden, die im südlichen Afrika, Nepal, Indien sowie Ostasien verbreitet ist.[1]
Auch eine aus Südafrika stammende Cannabis sativa mit dem Namen Durban Poison scheint in ihrem Stamm eine der reichsten THCV-Gehalte zu besitzen.

Der gleiche Studien-Bericht zeigte außerdem, dass THC sowie THCV für die euphorischen Gefühle als Resultat durch den Marihuana-Konsum mitzuverantworten sind. Denn auch THCV kann, wie viele Phytocannabinoide, an beide Rezeptoren-Typen im Endocannabinoid-System andocken und seine Wirkung entfalten.

Unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungen zeigten bereits, dass THCV das Potenzial besitzt, bei verschiedenen Krankheiten wie Epilepsie, Schizophrenie, Typ-2-Diabetes in Kombination mit Metformin und Glukose-Intoleranz, die mit starker Fettleibigkeit in Verbindung steht, zu helfen.

Leider liegen auch für dieses interessante und effektvolle Cannabinoid noch immer zu wenige aussagekräftige Studien vor, die einen umfangreichen Einblick in die gesamte Breite des Wirkungsspektrums zulassen.

THCV und seine Wirkung

THCV kann sich vollständig an die CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems binden und ist eines der Cannabinoide, die gewisse Wirkungen von THC mindern und einschränken können, sodass beim Konsumenten ein eher „pures“ und stärkeres psychoaktives High-Gefühl mit euphorischer Wirkung entsteht. Einen geminderten Effekt scheint die Angstgefühle zu betreffen, welche bei Konsumenten nicht selten als negative Nebenwirkung von Cannabis auftreten können. Gleichzeitig bedeutet dies, dass THCV in der Lage ist ein euphorisches Rauschgefühl positiv zu beeinflussen. Das eigentliche Rauschgefühl hält dabei jedoch nur halb so lange an, wie beim THC.

Umgekehrt ist für den Konsumenten der geringe psychoaktive Effekt von THCV nur in Kombination mit THC bemerkbar. Auch eine Minderung der Desorientierung nach dem Cannabiskonsum scheint THCV Bewirkungen zu können.

Diese Wechselwirkungen von mehreren Cannabinoiden sind bei Weitem nicht unüblich. So kann beispielsweise auch bei CBD ein ähnliches Wechselspiel beobachtet werden.

Die eigentliche Wirkung von THCV lässt sich als belebend, wachmachend, konzentrierend und leicht psychoaktiv beschrieben werden. Auch einen appetitkontrollierenden Effekt bringt das Phytocannabinoid mit sich. Durch diese appetitzügelnde Wirkungsweise wird es wiederum für einige Krankheitsbilder interessant.

Viele Cannabinoide, wie beispielsweise THC, werden oft für Erkrankungen in Erwägung gezogen, die von einem gesteigerten Appetitgefühl profitieren können. Möchte man jedoch THC einsetzen und diesen Effekt ausschalten, dann scheint THCV der richtige Partner zu sein.

Für Anorexie-Patienten und Menschen, die unter Magersucht leiden, ist THCV hingegen eher weniger geeignet. Durch die ausgeprägte appetitzügelnde Wirkung des Cannabinoids schaffen es alle weiteren, womöglich positiven Effekte nicht diesen Effekt zu überwiegen.

Israelische Studien lieferten Hinweise, dass THCV einen großen Einfluss auf die Senkung von Panikattacken und Angstzuständen hat und sie teilweise sogar vollständig blockieren kann.

Dass THCV sogar in der Lage ist das Knochenwachstum beim Menschen ankurbeln kann, indem es das Wachstum von Zellen in den Knochen stimuliert, ist ein großer Vorteil für Osteoporose-Patienten. Sogar Astronauten könnten von diesem Effekt profitieren. Doch dazu weiter unten im Text mehr.

THCV in der Medizin

Obwohl die vielen wissenschaftlichen Studien noch lange nicht alle Wirkungen der über einhundert Cannabis-Phytocannabinoide prüfen und erklären konnten, gibt es bereits einige Erkenntnisse über THCV, die für Forscher und die Medizin von Interesse sind. Ein großes Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Krankheitsbildern Diabetes Typ-2 und Glukose-Intoleranz, die mit Adipositas, sprich Fettleibigkeit. Doch auch Therapien von Patienten mit Epilepsie und sogar Schizophrenie könnten von THCV profitieren.

Neben den vielen positiven Effekten, die dank des Endocannabinoid-Systems durch die verschiedenen Cannabis-Cannabinoide erzielt werden können, liegt ein weiterer Pluspunkt in der kostengünstigen Herstellung der benötigten Arzneimittel.

In Deutschland ist medizinisches Cannabis bei schweren Krankheiten über die Krankenkasse, ohne Sondergenehmigung, seit 2017 verschreibungspflichtig legal erwerbbar.

InsulinsensiTIvität bei Diabetes Typ-2 und Glukose-Intoleranz mit Adipositas

Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2016 haben verschiedene Wissenschaftler den Nutzen und das Risiko von Marihuana bei Diabetes-Betroffenen im mittleren Erwachsenenalter untersucht.[2]

Ein direkter Zusammenhang von Cannabis und Diabetes gelang den Wissenschaftlern damals nicht. Im Ergebnis wurde jedoch von einer höheren Prädiabetes-Quote bei den Teilnehmenden berichtet, die regelmäßig oder übermäßig Cannabis konsumierten, im Vergleich zu Teilnehmenden, die nie Marihuana konsumierten. Geschlussfolgert wurde demnach, dass der Cannabis-Konsum im jungen Erwachsenenalter mit einem gesteigerten Risiko der Prädiabetes in den Folgejahren zusammenhängt, nicht jedoch mit der Entwicklung von Diabetes im gleichen Alter. Für viele galt damit, Cannabinoide für die Behandlung der Zuckerkrankheit gänzlich auszuschließen. Doch inzwischen weiß man wieder etwas mehr.

Die Stoffwechselkrankheit führt zu einer Überzuckerung im Blut und wird zwei Typ-Formen, Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2, unterschieden. Typisch für Typ-2 Diabetes ist, dass der Körper zwar in der Lage ist, Insulin zu produzieren, es jedoch nicht über die Zellmembranen wirken kann. Verantwortlich dafür ist die Zuckerflut, die durch den Körper geschwemmt wurde. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst diese Störung zu korrigieren, indem sie die Insulinproduktion ankurbelt und steigert. Diese Arbeit kann die Bauchspeicheldrüse nur für eine gewisse Zeit aufrecht erhalten. Ist die Insulinresistenz bereits stark angestiegen, kommt sie mit der ausreichenden Produktion nicht mehr hinterher. Symptome von Diabetes Typ-2 können stark variieren und reichen Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Blasen-Beschwerden bis hin zu Muskelkrämpfen und Sehstörungen.

Im selben Jahr haben Forscher am iHuman Institute of ShanghaiTech University die dreidimensionale Struktur von CB1-Rezeptoren bestimmen können.[3]

Inverse Agonisten des Cannbinoid-Typ-1 Rezeptors, kurz CB1, verbessern Typ-2-Diabetes und In Tierversuchen haben Wissenschaftler schließlich festgestellt, dass THCV als neutraler CB1-Antagonist, eine Gewichtsreduktion hervorrufen kann.[4]

Außerdem ergaben diverse Tests Hinweise darauf, dass es THCV möglich ist, den Stoffwechsel von Mäusen zu verändern und die Insulinsensitivitiät neu auszubalancieren. Das bedeutet, dass eine vormals festgestellte Resistenz gegen Insulin abgebaut und eine Wirksamkeit wieder hergestellt werden kann. Diese Erkenntnis kann vor Allem für betroffene Diabetes-Patienten ein großer Durchbruch sein.

Auch die Ursache für Typ-2-Diabetes spielt dabei eine Rolle. Häufig rührt die Krankheit von einer unausgewogenen, schlechten Ernährungsweise oder übermäßigem Esskonsum, die zu Adiposität und damit zu Diabetes-Typ-2 führen kann.

Interessant ist also, dass THCV keinen signifikanten Anteil an einer Gewichtszunahme trägt, jedoch zu einem gesteigerten Energieverbrauch führt und sogar appetithemmende Eigenschaften aufweist. Je nach verabreichter Dosis konnte bei den Mäusen zusätzlich die Glukoseintoleranz gesenkt und eine erhöhte Insulinsensitivität erzielt werden.

Die Wissenschaftler gehen momentan davon aus, dass THCV nicht nur für eine effektive Behandlung der Zuckerkrankheit eingesetzt werden kann, sondern das Cannabinoid in diesem Fall womöglich sogar präventive Wirkungen zeigen könnte.

Parkinson

Die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit weltweit ist Parkinson. In Deutschland wird sie umgangssprachlich auch häufig als Schüttelkrankheit bezeichnet. Diesen Namen trägt die neurologische Erkrankung, weil sie mit fortschreitendem Verlust der Nervenzellen Symptome in Form von diversen Bewegungsstörungen aufweist. Dazu gehören steige Muskeln, ein Zittern der Muskeln im Ruhezustand oder auch völlige Bewegungslosigkeit. Natürlich ist THCV kein wunderliches Allheilmittel, doch wie viele Cannabinoide, zeigt auch THCV bei neurologischen Symptomen Wirkung.

Bei Spastiken, der chronisch-entzündlichen multiple Sklerose, kurz MS, oder auch dem Tourette-Syndrom, welches sich ebenfalls durch zentralnervöse Bewegungsstörungen auszeichnet, wurde Cannabis bereits erfolgreich zu Therapiezwecken eingesetzt. Hintergrund sind gewonnene Erkenntnisse darüber, dass es Cannabinoiden mit antioxidativen Eigenschaften möglich ist, CB2-Rezeptoren zu aktivieren, während CB1-Rezeptoren blockiert werden. Dadurch können Phytocannabinoide, wie beispielsweise THC, Symptome lindern und neurodegenerative Erscheinungen den Krankheitsverlauf von z. B. Parkinson verzögern.

Schon im Jahr 2011 hat ein Team von Wissenschaftlern der Abteilung für Biochemie und Molekularbiologie an der medizinischen Fakultät in Madrid, Spanien, auf diesen Erkenntnissen aufbauend eine weitere Studie ins Leben gerufen. In Tierversuchen untersuchten sie die symptomlindernden und neuroprotektiven Effekte von THCV mit speziellem Blick auf die Parkinson-Krankheit.

Die Wissenschaftler stellen fest, dass eine Verabreichung von THCV den Verlust von  tyrosinhydroxylase-positiven Neuronen mindern kann.[5]

Epilepsie

Epilepsien und epileptische Anfälle nehmen einen großen Teil der neurologischen Medizin ein. Der Sammelbegriff „Epilepsie“ steht für eine Reihe von Störungen, die in epileptischen Anfällen resultieren. Auch bei Parkinson kann man diese Anfälle beobachten.

Werden Cannabinoide bei diesen Krankheitsbildern eingesetzt, muss man also darauf achten, den Fokus auf krampflösende Phytocannabinoide zu legen. CBD und THC sind dabei mit Sicherheit die bekanntesten Vertreter. Trotz allem sind beide Cannabinoide beim Therapie-Einsatz von Epilepsie immer noch nicht zugelassen[6], da bisher nur wenige Daten die Verwendung von Cannabinoiden bei Epilepsie-Erkrankungen bis dato dokumentieren. Auch ist die genaue Wirkungsweise von Tetrahydrocannabivarin bei neuronaler Erregbarkeit und bei der Modellierung von Neuroinflammationen noch nicht ausreichend verstanden worden.

Dabei ist das Interesse der Zulassung vonseiten der Ärzte sowie Forscher an Cannabinoid-Therapien groß. Eines der immer wieder heiß diskutierten Cannabinoide im Zusammenhang mit Epilepsie, ist neben THC und CBD auch THCV. Aus medizinischer Sicht weist THCV viele positive Effekte bei der Anwendung auf. Dazu gehören Reduzierungen von Stress und Erschöpfung. Beide Symptome können die Anfallshäufigkeit bei Epilepsie-Patienten beeinflussen. Vermutet wird, dass Stress den Anstieg des Corticotropin-Releasing-Hormon-Spiegels im Gehirn triggert, wodurch Botenstoffe und Cortisol ausschütten. Cortisol wirkt als neurotropes Hormon auf eine Vielzahl von Nervenzellen. Ist der Cortisol-Level über einen zu langen Zeitraum zu hoch, kann es bei den Betroffenen eine signifikante Gewichtszunahme und Bluthochdruck auslösen. Auch ein gestörter, unruhiger Schlaf und ein gesenktes Energieniveau ist die Folge.

Weitere Studien mit aussagekräftigen Ergebnissen, die über die Cannabinoid-Fähigkeit als Antikonvulsivum bessere Hinweise liefern,  ist deshalb unabdingbar.

Schizophrenie

Wie es für neurologische Krankheitsbilder üblich ist, kommt auch Schizophrenie mit einer Reihe von Symptomen daher, die das Leben für Erkrankte deutlich erschweren können.

Die gut behandelbare, wenn auch nicht immer heilbare Krankheit, kann sich durch kognitive Störungen auszeichnen, ein eingeschränktes Denk- und Sprachvermögen oder auch Wahnvorstellungen sowie Halluzinationen.

Die britische Gesellschaft für Pharmakologen „The British Pharmacological Society“ veröffentlichte im Jahr 2014 eine Studie zur Frage, ob THCV für die Aktivierung von Serotoninrezeptoren verantwortlich gemacht werden kann. Diese G-Protein-gekoppelten Rezeptoren befinden sich im zentralen Nervensystem, sowie im peripheren Nervensystem und sind unter anderem an Prozessen beteiligt, die den Appetit kontrollieren und am Lernvermögen, kognitiven Fähigkeiten, dem Wohlbefinden und Gedächtnis arbeiten. Die  5-HT1A-Rezeptoren, die scheinbar durch THCV aktiviert werden können, spielen eine Rolle bei der Senkung der intrazellulären Konzentrationsfähigkeit. Zugleich sieht es so aus, als würde THCV einige unspezifische Kationenkanäle entweder aktivieren oder blockieren. Diese Kanäle weisen eine Leitfähigkeit vor Kalium und Natrium auf.

Kalium ist für den Elektrolythaushalt der Zellen besonders wichtig und trägt die Aufgabe, Nervenimpulse entstehen zu lassen und sie innerhalb des Nervensystems weiterzuleiten.

Die Studie umfasste Untersuchungen an Stammzellen aus Gehirnzellen von Ratten und Stammzellen, die von menschlichen Serotoninzellen abstammen.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass eine Aktivierung des Serotoninrezeptors durch THCV verbessert werden kann. Diese positive Veränderung kann auch auf die antipsychotische Wirkung des Cannabinoids zurückzuführen sein. Die beteiligten Wissenschaftler schlussfolgerten deshalb, dass THCV großes Potenzial besitzt, zu Therapiezwecken eingesetzt zu werden, welche auf die Verbesserung von kognitiven Fähigkeiten abzielen und Symptome von Schizophrenie-Patienten verbessern.

Posttraumatische Belastungsstörung

Eine posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS, auch posttraumatische Belastungsreaktion genannt, zeigt sich in der Regel innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis.  In Deutschland wird davon ausgegangen, dass circa 1,5 Prozent bis 2,3 Prozent der Gesamtbevölkerung im Laufe ihres Lebens an PTBS leiden, wobei die Wahrscheinlichkeit bei Frauen doppelt so hoch eingeschätzt wird, wie bei Männern.

Die psychische Erkrankung folgt dabei keinem genauen Muster und zeichnet sich durch verschiedene Symptome aus. Schlafstörungen, Unruhe, geminderte Konzentrationsfähigkeit, hohe Sensibilität und gesteigerte Reizbarkeit zählen zu den äußerlichen Erscheinungen. Aber auch bedrückende Gedanken und das ständige Wiederleben des traumatischen Ereignisses belasten betroffene häufig.

Dass Cannabinoide bei diesen posttraumatischen Belastungsstörungen für Therapiezwecke und Arzneimittel von Nutzen sein können, wird bereits seit langem vermutet. Aussagekräftige Studien, die einen schlussendlichen Beweis zur wirkungsvollen Behandlung liefern, gibt es bis dato allerdings noch nicht.

Forscher haben festgestellt, dass verschiedene Cannabinoide, darunter auch THC, zur Behandlung diverser Symptome, wie Angstzustände, Alptraum-Leiden, etc., beitragen können, die mit PTBS einherkommen.

Das Interesse an aussagekräftigen Studien bei psychischen Erkrankungen ist deshalb so groß, weil sich die Nebenwirkungen von Cannabinoiden nach aktuellem Wissensstand weitaus geringer halten, als bei herkömmlichen Medikamenten. Oftmals bleiben Konsumenten und Patienten, die Cannabinoid-Medizin einnehmen, sogar nebenwirkungsfrei. Natürlich gibt es auch Menschen, die posttraumatische Belastungsstörungen durch Gesprächstherapien oder Meditation bewältigen können und somit gar nicht auf Arzneimittel zurückgreifen müssen. Da jedoch nicht alle Patienten auf diese Therapieformen anspringen, legen Wissenschaftler auch weiterhin ein Augenmerk auf THCV.

Das Endocannabinoid-System, das eine so gute Arbeit darin leistet, Cannabinoiden eine Plattform für ihre Arbeit zu bieten, ist auch noch für die Regulierung weiterer Gehirnfunktionen zuständig, die bei PTBS eine große Rolle spielen.

THCV im Weltall

Die Rezeptoren des Endocannbinoid-Systems erstrecken sich wortwörtlich über den gesamten Körper des Menschen. Sogar in den Knochen befinden sich die Cannabinoid-Rezeptoren, wodurch es verschiedenen Phytocannabinoiden möglich ist, maßgeblich zur Heilung von Knochen beizutragen.

Auch THCV ist eines dieser Phytocannabinoide und kann somit effektiv bei Osteoporose, Knochenschwund, porösen Knochen und ähnlichen Knochenerkrankungen eingesetzt werden.

Weil das Wachstum von Knochenzellen durch THCV tatsächlich stimuliert werden kann, wurde bereits darüber nachgedacht, das Cannabinoid in der Mikrogravitation des Weltalls zu nutzen. Es war die Idee, einen Verlust von Knochenmasse bei Astronauten einzudämmen, welcher unabdingbar durch die Schwerelosigkeit im Weltraum hervorgerufen wird.

Studien oder tatsächliche Ergebnisse von entsprechenden Untersuchungen liegen momentan noch nicht vor.

Antagonist und Agonist

Neben all seinen vielfältigen Fähigkeiten birgt das wundervolle Cannabinoid THCV noch einen weiteren, besonderen Effekt. Für Tetrahydrocannabivarin ist es je nach Dosis möglich, entweder als Antagonist oder aber als Agonist zu agieren.

Nimmt man THCV in kleinen Dosierungen auf,  erzielt man einen antagonistischen, also einen blockierenden, Effekt auf den CB1-Rezeptor. Eine hohe Dosierung wirft mit einem einhergehenden agonisierenden Effekt hingegen mehr Ähnlichkeiten zu THC auf. Trotz allem scheint die energetische Wirkungsweise von THCV im Gegensatz zu THC ausgeprägter und stärker zu sein.[7]

[1] https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.91.6.966

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4631659/

[3] http://ihuman.shanghaitech.edu.cn/index.php/Index/details/catid/41/id/159.html

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4941127/

[5] https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1476-5381.2011.01278.x

[6] https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/fuer-patienten-und-eltern/ueber-epilepsie/wissenswertes-ueber-epilepsie/epilepsie-cannabis.html

[7] https://www.steephill.com/blogs/38