Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines
  2. CBGV und CBD
  3. CBGV und seine Wirkungen
  4. CBGV bei Hauterkrankungen
  5. CBGV in der Krebsmedizin
  6. CBGV bei Epilepsie
  7. CBGV bei Augenerkrankungen
  8. CBGV bei Blasenstörungen

1. Allgemeines

CBGV ist die Abkürzung für Cannabigerivarin, ein weiteres Phytocannabinoid der Cannabispflanze. Damit besitzt es die Eigenschaft, sich bei Menschen und Säugetieren an die CB1-Rezeptoren der Zellen im peripheren und zentralen Nervensystem zu setzen.

Die einzelnen Rezeptoren verteilen sich außerdem über Organe, den Organismus und unser Gehirn, um beispielsweise für einen intakten Stoffwechsel zu sorgen. CB2-Rezeptoren kommen vornehmlich in unserem Immunsystem vor und sind damit entscheidend für die Behandlung von neuronalen Krankheitsbildern mit entzündlichen oder neuropathischen Schmerzsymptomen.

Andere Typ2-Rezeptoren findet man im Verdauungstrakt, dem Immunsystem und an Knochen, der Lunge sowie unserem größten Organ: der Haut. Sogar Augen und Hormondrüsen besitzen CB2-Rezeptoren.

Neu ist, dass ein internationales Forscherteam inzwischen die molekulare Struktur von CB2-Rezeptoren entschlüsseln konnte. So wissen wir heute, dass CB1- und CB2-Rezeptoren eng zusammenarbeiten. Wird ein Cannabinoid-Rezeptor durch gewissen Wirkstoffe angeregt, wird der andere geschwächt, manchmal sogar vollständig blockiert. Diese Erkenntnis ist besonders für die Medizin und Entwicklung neuer, effektiverer Arzneimittel ein großer Durchbruch.

CB1- und CB2-Rezeptoren befinden sich im gesamten Endocannabinoid-System und tragen unterschiedliche Aufgaben. Dazu zählen unter anderem die Regulierung Appetit, Schlafbedürfnis und physisches Empfinden wie Schmerzen. Das macht Phytocannabinoide für viele therapieresistente Erkrankungen interessant.

Wie der Großteil seiner Verwandten, besitzt auch reines CBGV keinerlei psychoaktive Wirkung.

Und auch bei diesem Cannabis-Genom, das man als Cannabinoidsäure einstuft, haben Forscher in Untersuchungen mögliche Einsatzgebiete von CBGV bei der medizinischen Behandlung mit Cannabis gefunden. Marihuanastämme mit erhöhtem CBGV-Gehalt weisen so beispielsweise eine antikonvulsive Wirkung auf und werden damit für verschiedene Therapieformen von Epilepsie-Behandlungen interessant. Dazu weiter unten im Text mehr.

Die entscheidendste Aufgabe von CBGV scheint jedoch in der Unterstützung anderer Cannabinoide zu liegen. Allem Anschein nach ist es CBGV möglich, beispielsweise die Wirkung den bekannten Cannabinoids CBD zu steigern und beim Andocken an die Rezeptoren im Endocannabinoid-System behilflich zu sein.

Ein natürliches, erhöhtes Vorkommen von CBGV findet man in Cannabispflanzen in Nordwest-Indien und Nepal. In den meisten Pflanzen findet man CBGV nur in geringen Mengen wieder.

Über den Nutzen des Phytocannabinoids für die Pflanze wird bislang nur spekuliert. Es wird vermutet, dass CBGV überlebenswichtige Effekte bietet, wie zum Beispiel eine Insektizide Abwehrfunktion und für eine Resistenzsteigerung gegen diverse Krankheiten bewirkt.

Als wenig bekanntes Cannabinoid, halten sich aktuelle aussagekräftige Forschungsergebnisse über die Wirkung von CBGV bisher in Grenzen. Generell gilt es als Analogon von Cannabigerol, kurz CBG. Das heißt, dass sich beide Phytocannabinoide in ihrer chemischen Verbindung ähneln, jedoch in einem Punkt unterscheiden. Bei CBGV und CBG findet man diesen Unterschied in den verschiedenen Kohlenstoffringen.

CBGV hat die Summenformel C19H28O2 und trägt die CAS-Nummer 55824-11-8.

2. CBGV und CBD

Das immer interessanter werdende Cannabinoid CBGV ist ein Derivat von Cannabigerol, kurz CBG. Dieses Molekül der Cannabispflanze hat in den letzten Jahren den Ruf erhalten, die Quelle aller Cannabinoide zu sein. Das ist natürlich metaphorisch gemeint. Denn CBD, als auch THC nehmen aktuell nicht nur den größten Stellenwert der Cannabinoidforschung ein, sie stammen auch beide aus der molekularen Quelle CBG.

CBGV ist im Grunde die Ausgangschemikalie für eine ganze Reihe von Cannabinoiden, dazu zählen Tetrahydrocannabivarin (THCV), Cannabidivarin (CBDV) und Cannabichromevarin (CBCV).

Wie viele Phytocannabinoide, entfaltet CBGV seine ganze Wirkungskraft erst, nachdem es erhitzt wird. Diesen Hergang nennt man Decarboxylierungsprozess. Durch die Anwendung der Wärme und Lichteinwirkung kann sich CBGV in CBD umwandeln. Ein großer Vorteil ist, dass das Cannabinoid so leichter aufgenommen werden und sich einfacher im Körper entfalten kann.

Da die CBGV-Konzentration eine große Rolle für die Wirkungsweise spielt und das Cannabinoid offensichtlich große Arbeit darin leistet, CBD beim Andocken an die Rezeptoren im Endocannabinoid-System zu unterstützen, erschließen sich bei möglichen Therapieformen für beide Cannabinoide stetig viele neue Erkenntnisse, die bislang unerforscht waren.

3. CBGV und seine Wirkungen

Betrachtet man die Wirkung von CBGV auf andere Phytocannabinoide im ECS (Endocannabinoid-System), kann man verallgemeinert sagen, dass CBGV für CBD ist, was THCV für THC darstellt.

Das nicht-psychoaktive Cannabinoid erzeugt keine berauschende Wirkung. Trotz allem scheint CBGV dem psychoaktiven.

Phytocannabinoid THC behilflich zu sein, leichter an den Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andocken zu können.  Außerdem unterstützt CBGV seinen Verwandten Cannabidiol und spielt eine Schlüsselrolle beim Einsatz von CBD und der Bindung an entsprechende ECS-Rezeptoren.

Das bedeuten also, dass Cannabigerivarin in der Lage ist, die Effekte von medizinischem Cannabis zu unterstützen, gegebenenfalls sogar zu erhöhen.
Diese neue Erkenntnis ist auch für die Zucht der Cannabispflanzen von Vorteil. Wenn es CBGV schafft die berauschende Wirkung von THC zu erhöhen oder zu verlängern, könnte man durch das gezielte anlegen von Kulturen den pflanzeneigenen Anteil an CBGV steigern.

Außerdem vermuten Forscher, dass CBGV die Fähigkeit der zellulären Rezeptoren im ECS steigern kann.  Ob es CBGV sogar möglich ist, den CBD-Stoffwechsel anzuregen und im Kombipräparat sogar zur Wirkungssteigerung führt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die schmerzstillende Wirkung des Cannabinoids ist hingegen bereits bekannt. Die analgetische und auch entzündungshemmende Wirkung von CBGV kann Patienten zugute kommen, die mit der rheumatischen Erkrankung Lupus, Arthritis oder dem schmerzlichen Syndrom Fibromyalgie zu kämpfen haben.

4. CBGV bei Hauterkrankungen

Obwohl bereits viele Cannabinoide in klassischer Öl-Form bei der Hautpflege und bei chronischen und symptomatischen Hauterkrankungen zum Einsatz kommen, ist CBGV neben CBG das einzige bekannte Phytocannabinoid, das die seltene Eigenschaft besitzt, trockene Haut zu beruhigen, zu verbessern und sogar zu heilen. Diese Erkenntnis konnte man durch Experimente mit Sebozyten, Talgdrüsen, gewinnen.[1] Im Rahmen von Akne-Erkrankungen als häufige Hautkrankheit, haben Wissenschaftler versucht, einen Anti-Akne-Effekt bei der Therapie durch nicht-psychotrope Medikamenteneinnahme zu untersuchen. Während alle getesteten Phytocannabinoide erstaunliche entzündungshemmende Wirkungen aufweisen, deuten die gewonnenen Daten daraufhin, dass sich CBGV und CBG für die Behandlung trockener Haut (einem klassischen Symptom der Neurodermitis) einsetzen lassen.

Die Erklärung ist einfach: CBGV besitzt die Fähigkeit, die basale Talg-Lipidproduktion zu erhöhen. Auch mit zunehmendem Alter oder durch die kalte Jahreszeit kann es vorkommen, dass diese Lipidproduktion ins Stocken gerät. Denn kalte Temperaturen lassen auch unseren Stoffwechsel langsamer werden, wodurch sich Blutgefäße zusammenziehen und den Blutfluss eindämmen. Durch diese Abwehrreaktion auf fallende Temperaturen, versucht der Körper, die abzugebende Wärme möglichst gering zu halten. Die Talgdrüsen, die sich in unserer Haut befinden, reagieren ähnlich. Sie dämmen die Lipidproduktion massiv ein, weshalb die natürliche Hautbarriere in der obersten Hautschicht, der Hornschicht, anfälliger wird. Wie bei einer Backsteinmauer, sorgt eine zu geringe oder gar eingestellte Produktion der Lipiden in den Talgdrüsen dazu, der eigene Schutzwall reißt und fortan Störungen aufweist. Durch diesen Prozess verliert unsere Haut an Feuchtigkeit, wird spröde, rau oder rissig und reagiert empfindlicher auf die Umwelt. Auch Keime haben so ein leichteres Spiel in die Haut einzudringen.

Durch eine Steigerung der Lipidproduktion werden fehlende Backsteine wieder eingesetzt. Die Folge ist, dass sich unsere Haut gesünder und weniger trocken anfühlt und die natürliche Hautfeuchtigkeit angekurbelt wird.

Patienten, die unter entzündlichen Hauterkrankungen, beispielsweise aufgrund von Dermatitis, leiden, könnten zukünftlig von der entzündungshemmenden Wirkung von CBGV profitieren.[2] Unter dermatologischen Erkrankungen finden sich Entzündungssymptome häufig wieder. Diese können sich als einfachen Juckreiz, fleckige Hautrötungen oder Pusteln zeigen. Sie können als akute Entzündungen durch äußere Einwirkungen wie UV-Strahlung oder ätzende Reizstoffe auftreten oder auch chronische Erkrankungen sein, welche häufig in Schüben kommen. Dazu zählt zum Beispiel die weitverbreitete Dermatitis.
Viele Entzündungsarten werden normalerweise durch auftretende Gewebszerstörungen behoben.

Im Rahmen der Studie wurde also CBGV, neben weiteren Phytocannabinoiden, auf die Heilfähigkeit bei dermatologischen Erkrankungen getestet. Es wurde speziell darauf geachtet, ob die Cannabinoide in der Lage sind, Hautentzündungen zu verringern.

CBGV zeigte dabei, dass es zwar eine entzündungshemmende Eigenschaft besitzt, den Entzündungsmarker Interleukin-6, kurz IL6, allerdings erst bei hohen Konzentrationen (über drei μM), beeinflusst und schließlich über den Toll-Like-Rezeptor-3 eine gesteigerte IL6-Freisetzung in Gang setzt.

Auch fanden Wissenschaftler in der gleichen Studie heraus, dass es CBGV und CBDV gemeinsam möglich ist, bei genau abgestimmten, meist geringen, Konzentrationen möglich ist, Expressionen der Zytokine, also der Wachstums- und Differenzierungsproteinen von Zellen, signifikant zu unterdrücken.  Diese Proteine sind für die Postboten unter den Zellen und für die Signalübertragung verantwortlich. Auch die Immunzellen nutzen Zytokine, um auf Gehirn und Hormondrüsen zu wirken.

Eine Blockade von übermäßigen Zytokinen, hilft dem überanstrengten Immunsystem demnach, wieder auf ein natürliches Niveau zu gelangen. Entzündungsreaktionen kommen zum Stoppen und die damit bedingten Schmerzen und entzündlichen Hautschwellungen können sich mindern.
CBGV könnte somit vermutlich auch als Arzneimittel in der Immuntherapie eingesetzt werden und als natürliches Heilmittel ohne schwerwiegende Nebenwirkungen, den Körper vor Fehlsteuerungen wahren und dabei helfen, schützend gegen entzündliche Botenstoffen zu wirken.

5. CBGV in der Krebsmedizin

Im Jahr 2013 haben Wissenschaftler der Universität St. George’s London Erkenntnisse über die Forschung von nicht-halluzinogenen Cannabinoide als Arzneimittel bei Krebspatienten (Leukämie) veröffentlicht.[3] Nachdem die krebshemmende Eigenschaft von THC bereits untersucht und anerkannt wurde, widmet sich das Forschungsteam der Londoner Universität, unter der Leitung von Dr. Wai Liu, einer Reihe weiterer gewonnenen Cannabinoide aus der Hanfpflanze. Sie untersuchten sechs Cannabinoide einzeln und in Kombination miteinander, um einen möglichen Anti-Krebs-Effekt zu testen. Darunter fielen zwei Formen von CBD, zwei Formen von CBG sowie zwei Formen von CBGV.

Das Ergebnis verblüfft. Jedes der getesteten Cannabinoide erzielt die gleiche effektive Wirkung wie THC. In Kombination miteinander zeigten sie sogar eine erhöhte Wirkung auf Blutkrebszellen. CBGV bewies sich dabei als Zytostatikum und verursachte einen gleichzeitigen Stillstand in allen Phasen des Zellzyklus.

Da die halluzinogene Wirkung dabei entweder gar nicht oder maximal sehr gering vorhanden ist, während Krebszellen in ihrem Wachstum gestört und gehindert werden können, versprechen sich Ärzte und Wissenschaftler viel aus den neugewonnenen Erkenntnissen. Krebszellen können schrumpfen und Metastasen an ihrer Entstehung gehindert werden. Durch bestimmte Dosierungsmuster der Phytocannabinoide sei es sogar möglich, dass sich Krebszellen selbstständig zerstören. Aufgrund der  schmerzlindernden „Nebenwirkung“ liefert CBGV ideale Voraussetzungen für Patienten, die sich in einer medikamentösen Behandlung wie der Chemotherapie befinden und sich Bestrahlungen unterziehen müssen.

Ein weiterer großer Vorteil liegt in der kostengünstigen Herstellung dieser neuen Anti-Krebs-Medikamente.

Diese positiven Effekte veranlassen Forschungsgruppen weltweit dazu, das volle Potenzial der Cannabinoiden auch in Zukunft zu erforschen.

6. CBGV bei Epilepsie

Da die Cannabispflanze viele Jahrzehnte als reine Rauschpflanze für den Drogenkonsum verrufen wurde, steht die Forschung der Cannabinoide und ihrer kraftvollen Wirkungsweisen im Endocannabinoid-System immer noch in den Kinderschuhen. Momentan gibt es deshalb nur erste Hinweise darauf, dass CBGV auch als Antikonvulsivum, also als Arzneimittel zur Behandlung und Linderung von epileptischen Anfällen, eingesetzt werden könnte.  Bisher wird besonders in Amerika vermehrt CBD zur Behandlung von Epilepsie bei Kindern eingesetzt, sofern die Krankheitsform als Therapieresistenz eingestuft wird. Dieser erste wissenschaftliche Versuch wurde ein Jahr lang, von Januar 2014 bis zum Januar 2015, von insgesamt elf verschiedenen amerikanischen Epilepsiezentren erhoben[4] und zeigte in ersten Studienergebnissen, dass CBD wirksame Erfolge bei der Reduzierung der Häufigkeit von epileptischen Anfällen erzielt.

Zusätzlich war für die meisten Studienteilnehmer im Kindes- und Jugendalter das nicht-psychoaktive Phytocannabinoid trotz diverser Nebenwirkungen bei oraler Einnahme gut verträglich.

Über einen Behandlungszeitraum von mehr als 12 Wochen, sanken die Anfälle im Durchschnitt um 36,5 Prozent. Die größten Reduktionen konnte bei Patienten festgestellt werden, die unter fokalen (auf einen Bereich fokusierten) Anfällen leiden. Gefolgt von atonischen, tonischen und tonisch-klonischen Anfälle, welche alle drei zu den generalisierten epileptischen Anfällen zählen und sich durch eine nicht normale, elektrische Aktivität in der Gehirnrinde auszeichnen.

Sollten Wissenschaftler mit der Theorie richtig liegen, dass CBGV die Eigenschaft besitzt, den CBD-Stoffwechsel anzukurbeln und in Kombination eingenommen die Wirkung von CBD verstärkt, würden höchstwahrscheinlich auch Epilepsiepatienten von diesem Effekt profitieren.

Was man dank mehrerer präklinischen Studien mit Sicherheit sagen kann, ist, dass CBDV, ein Analogon zu Cannabigerol, ebenfalls ein großes Potenzial als Antiepileptikum in sich birgt. Die antikonvulsive Eigenschaften des Cannabinoids wirken allem Anschein nach sogar unabhängig der CB1-Rezeptoren, da sich CBDV (Cannabidivarin) nur äußerst schwach an sie binden kann. Darüber hinaus kann CBDV die zelluläre Aufnahme von Anandamid, einem körpereigenen Endocannabinoid, in mikromolaren Konzentrationen hemmen.

Obwohl man noch nicht genau weiß, welche Funktion Anandamid im Körper übernimmt, wird vermutet, dass das sogenannte „Glücks-Molekül“ THC-ähnliche Aufgaben bei der Schmerzregulierung übernimmt, den Appetit fördern und euphorische Gefühle erzeugen kann.

Ob CBGV sich in seiner Wirkungsweise über die Unterstützung anderer Cannabinoide hinaus entfalten kann und ähnliche Effekte hervorrufen kann, ist noch nicht abschließend geklärt.

7. CBGV bei Augenerkrankungen

In Deutschland leiden etwa eine halbe Millionen Menschen unter der Augenkrankheit „Grüner Star“, auch bekannt als Glaukom. Eine Ursache für die weitverbreitete Krankheit ist ein erhöhter Augeninnendruck, entstehend durch einen gestörten Abfluss der Tränenflüssigkeit im Augenkammer-Winkel, welcher Patienten ohne entsprechende Behandlung sogar erblinden lassen kann. Hier zeigt nicht nur das eingesetzte Cannabinoid CBG eine gute Wirkung und hilft beim Abfluss des Kammerwassers. Auch CBGV wurde bereits in Kombination erfolgreich bei dem Augenleiden angewandt, wodurch der schmerzliche Augeninnendruck reduziert und behandelt werden konnte.

Das ist möglich, da sich CBG und CBGV antiinflammatorische und antibakterielle Wirkungsweisen teilen.

8. CBGV bei Blasenstörungen

Da CBGV seinem Partner CBG durch die unabdingbare Loyalität so große Dienste leistet und damit wertvoller Bestandteil für Arzneimittel wird, findet CBGV auch seinen Platz bei Patienten mit Blasenstörungen.

Nachdem in den sechziger Jahren das Cannabinoid CBG entdeckt wurde, hat man schnell herausgefunden, dass es Wechselwirkungen mit diversen anderen Phytocannabinoiden der Cannabispflanze aufweist.

Erst 2015 kam dann der große Durchbruch für Patienten mit Blasendysfunktion. Studien fanden im Speziellen heraus, dass CBG bei der Behandlung überaktiver Blasen, also einer sogenannten Blasenschwäche, von Nutzen sein könnte, weil es die Kontraktion der Blase senken kann.[5]

Bei dieser Studie wurden mehrere nicht-psychotrope Cannabinoide in Tierversuchen getestet, unter anderem CBG, CBD, THCV und CBDV.
CBDV belegte in der Rangfolge, sortiert nach Wirksamkeit, zwar den letzten Platz, zeigte dennoch Effekte der Kontraktilität bei hyperaktiven Blasen.

Unangefochtener Spitzenreiter blieb CBG. Dieses Phänomen kam nicht ganz überraschend, da CBG effektiv hemmende Wirkung bei Muskelkontraktionen aufweist und damit ein optimaler Kandidat für präventive Behandlungen von Blasenfunktionsstörungen ist.

Quellenangaben

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26197538

[2] https://nyulangone.org/news/marijuana-derivative-reduces-seizures-children-young-adults-treatment-resistant-epilepsy

[3] https://www.sciencedaily.com/releases/2013/10/131014094105.htm

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27094344

[5] https://patentscope.wipo.int/search/en/detail.jsf?docId=US226135163&tab=NATIONALBIBLIO